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aktuelle Beobachtungen aus Deutschland

Letzte Aktualisierung: 23.02.2017, 15.48 Uhr

Ein Sturmtief zieht heute und in der Nacht zum Freitag von der westlichen Nordsee in Richtung Ostsee. Das zugehörige Sturmfeld erfasst dabei große Teile Deutschlands. Zudem gelangt auf der Rückseite des Tiefs ein Schwall kalter Meeresluft polaren Ursprungs zu uns. Damit wird die heute vor allem in Süddeutschland noch lagernde sehr milde Luftmasse verdrängt. 

Sturm:
Heute frischt der südwestliche Wind von Westen her erneut auf, nur in Teilen Norddeutschlands und im Südosten bleibt er zunächst noch schwächer. Am Nachmittag und Abend werden vielerorts Sturmböen (65 bis 85 km/h, Stärke 8-9 Bft), im Bergland sogar schwere Sturmböen (90 bis 100 km/h, Stärke 10 Bft) oder Orkanböen (100 bis 120 km/h oder etwas darüber, Stärke 11 bis 12 Bft) erwartet. Im Bereich einer Kaltfront, die am Nachmittag auf den Westen übergreift, sind in Verbindung mit kurzen Gewittern oder kräftigen Schauern auch in tiefen Lagen einzelne schwere Sturmböen (10 Bft) oder orkanartige Böen um 110 km/h (Stärke 11 Bft) möglich. 

Am Abend und in der Nacht zum Freitag greift ein weiteres Sturmmaximum auf die westlichen Landesteile über, das sich bis Freitag früh über die Mitte nach Osten verlagert. Dabei muss nicht nur mit Sturmböen (8-9 Bft) oder schweren Sturmböen (10 Bft), sondern auch mit orkanartigen Böen (11 Bft) gerechnet werden. Der Wind dreht auf West bis Nordwest. Für die am meisten gefährdetsten Gebiete läuft eine Vorabinformation UNWETTER vor ORKANBÖEN, was aber nicht heißt, dass dort überall orkanartige Böen auftreten werden. Akute Warnungen werden im Laufe des heutigen Nachmittags und Abends herausgegeben. 
Stürmisch mit Böen bis 10 Bft wird es in der Nacht auch an der Nord- und etwas später an der Ostsee, wobei dort der Wind auf nördliche Richtungen dreht. Im höheren Bergland treten weiterhin Böen bis Orkanstärke auf (auf dem Brocken und dem Fichtelberg über 120 km/h). 

Am Freitagvormittag ist es im Osten zunächst noch stürmisch mit schweren Sturmböen, im Bergland Orkanböen. Ansonsten lässt der Wind deutlich nach.

Dauerniederschläge und Tauwetter:
Zunächst regnet es vor allem im Bereich der nördlichen Mitte länger anhaltend und kräftig. Gebietsweise werden 30 bis 50 l/qm innerhalb von 24 Stunden erwartet. Im Harz kommen bis Freitagfrüh 50 bis 90 l/qm Regen zusammen, zusätzlich kommt es in den höheren Lagen zu weiterem Abfluss aus dem Abschmelzen der Schneedecke. Dort wurden Unwetterwarnungen vor ergiebigem Dauerregen und Tauwetter ausgegeben. 
Im östlichen Bergland regnet es bis Donnerstagabend "nur" zeitweise, dort kommen aber zum Teil große Mengen an Schmelzwasser aus dem Abtauen der Schneedecke dazu, so dass dort Abflussmengen von 40 bis 60 l/qm innerhalb von 48 Stunden zusammen kommen können. Entsprechende Warnungen vor Tauwetter wurden auch dort ausgegeben. 

Gewitter:
Heute Nachmittag können im Westen und Nordwesten einzelne Gewitter auch mit Graupel auftreten. Vor allem dann besteht Gefahr schwerer Sturmböen bzw. vereinzelter orkanartiger Böen.

Schnee und Glätte:
In der Nacht zum Freitag sinkt die Schneefallgrenze zum Teil bis in tiefe Lagen. Oberhalb 400 bis 600m sind einige cm Neuschnee und Glätte durch Schnee und gefrierende Nässe möglich, in höheren Staulagen können um 5, vereinzelt an die 10 cm Neuschnee fallen. 

aktuelles Wetter und aktuelle Temperatur in Deutschland
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